Veröffentlichungsdatum

1. April 2026

Geändert

22. April 2026

Universität Oxford

Das Oxford-Team wird untersuchen, wie sedaDNA-Daten mit archäobotanischen und Pollendaten, Siedlungsarchäologie und schriftlichen Quellen zusammenpassen. Im Mittelpunkt stehen ökologische Veränderungen (oder Kontinuitäten) in Schlüsselphasen wie dem Übergang von der Spätantike zur nachrömischen Zeit (4.-6. Jahrhundert), der mittelalterlichen “Agrarrevolution” (10.-13. Jahrhundert) und den demografischen Krisen des 14. Jahrhunderts. Die funktionale Unkrautökologie wird es uns ermöglichen, Veränderungen der Bodenfruchtbarkeit und Störung nachzuverfolgen, insbesondere in Regionen, in denen Ackerbausysteme zunehmend großflächig und inputarm wurden. Archäobotanische Analysen werden außerdem genutzt, um Veränderungen in der Vielfalt der Kulturpflanzen und das Auftreten neuer Kulturarten zu verfolgen, während Pollendaten helfen werden, die relative Bedeutung von Ackerland, Weide und Wald abzuschätzen. Der Einfluss des Beet- oder Wendepflugs ist für diese Zeit von zentraler Bedeutung. Er führte zu einer zunehmenden Bodenstörung, die sich in den Ökologien der Ackerunkräuter widerspiegelt. Anbauversuche im Lauresham Labor für Experimentelle Archäologie werden die Auswirkungen des Wendepflugs auf stabile Isotope von Nutzpflanzen und auf die Ackerunkrautökologie untersuchen, sodass sich Isotopen- und Unkrautdaten aus archäologischen Ausgrabungen präziser interpretieren lassen. Tierknochenensembles aus ausgegrabenen Siedlungen werden mit sedaDNA und fäkalen Biomarkern verglichen, um Veränderungen in der Tierhaltung - etwa Besatzdichten und sich wandelnde Verhältnisse von Schaf, Rind und Schwein - nachzuzeichnen. Gemeinsam mit Lokalhistorikerinnen und Lokalhistorikern werden wir schriftliche Quellen zusammen mit lokalen archäologischen Befunden nutzen, um naturwissenschaftliche Ergebnisse einzuordnen und Veränderungen in Bewirtschaftungsregimen, Biodiversität und Landnutzung an einzelnen Standorten und in Regionen nachzuverfolgen.

Wir werden bioarchäologische Daten aus den Einzugsgebieten der Standorte zusammenführen und dabei auf bestehende Datenbanken zurückgreifen, einschließlich Messungen stabiler Isotopenwerte in Getreide, da diese den Nährstoffstatus und Düngung widerspiegeln können. Die funktionale Unkrautökologie wird auf archäobotanische, Pollen- und sedaDNA-Daten angewandt, zusammen mit einem neuen Ansatz zur funktionalen Weideökologie. Pollendaten werden aus lokalen Studien oder der Europäischen Pollendatenbank gewonnen; wo nötig, werden neue Kerne entnommen. Besonderes Augenmerk gilt coprophilen Sporen, die unabhängige Vergleichsdaten zu sedaDNA und fäkalen Biomarkern liefern können. Auch Mikrokohle wird gezählt, da der Einsatz von Feuer ein variabler Bestandteil mittelalterlicher Landbewirtschaftung ist. Um einen einheitlichen Datensatz fossiler Pollennachweise für ganz Europa zur kartenbasierten Vergleichbarkeit mit unseren sedaDNA-Ergebnissen zu erstellen, werden wir den FOSSILPOL-Workflow einsetzen. Diese Methodik ermöglicht es, Daten aus der Neotoma Paleoecology Database - dem umfangreichsten kuratierten Archiv für paläoökologische Forschung - zu beziehen und mit projektspezifischen Kriterien hochwertige Daten zu kuratieren. Die Multiproxy-Kerndaten werden für die räumliche Modellierung der Vegetation in Verbindung mit funktional-ökologischen Analysen genutzt, um Landnutzungsregime zu bewerten.

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